Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Ihr Nutzen

Gesundheitliche Arbeits­bedin­gun­gen sind ein Gewinn für Unter­nehmen, Beschäftigte und die Gesellschaft. Psychische Erkran­kungen sind der zweithäufigste Grund für Fehltage in Deutsch­land. 

Eine wissenschaftlich fundierte Begutachtung der Arbeits­bedingungen kann dazu beitragen, Fehlzeiten zu reduzieren, die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern und die Produktivität zu steigern.

Als Unternehmer:in können Sie mit einer gesundheitsorientierten Unternehmensführung einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung Ihres Unternehmens leisten.

Konkrete Vorteile für Unternehmen:

Reduzierte Fehlzeiten

Durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen können Unternehmen die Zahl der Fehltage reduzieren und damit Kosten sparen.

Steigerung der Produktivität

Gesunde und zufriedene Beschäftigte sind produktiver und Prozesse sind optimiert

Stärkung der Mitarbeiterbindung

Unternehmen mit guten Arbeitsbedingungen sind attraktiver für Arbeitskräfte und können so die Fluktuation reduzieren.

Krisenfestigkeit

Beschäftigte mit Arbeitsgestaltungskompetenzen und angemessenen Arbeitsbedingungen steigern die Resilienz Ihres Unternehmens in Krisenzeiten.

Fazit:

Die wissenschaftlich fundierte Analyse der Arbeitsbedingungen ist eine Investition in die Zukunft von Unternehmen. Sie trägt dazu bei, die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern, die Produktivität zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Rechtliche Pflichten

Die Beurteilung der psychischen Belastung durch einen Arbeitsplatz ist eine rechtliche Pflicht für Unternehmen. Nach §5 Arbeits­schutzgesetz (ArbSchG) sind alle Arbeitgeber dazu verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung (GBU) auch für die psychische Belastung der Arbeitsplätze und des Arbeits­umfeldes durchzuführen – unabhän gig von der Anzahl der Beschäftigten und der Art des Unternehmens.

Wissenschaftliche und wirtschaftliche Expertise 

Wir beschäftigen uns seit Jahren wissenschaftlich mit den Methoden und Fragestellungen der GBU Psyche und der schlüssigen und leistungsfähigen Auswertung komplexer Variablen. Auf dieser Grundlage haben wir an der FernUniversität Hagen eigene Verfahren für den Einsatz in der Praxis entwickelt und validiert. 

Der Forschungsschwerpunkt von Prof. Dr. Jan Dettmers ist die Gestaltung gesunder und motivierender Arbeit. Seine Erfahrungen in diesem Gebiet zeichnen sich durch zahlreiche Publikationen und Referenzprojekte aus. (Link zur Übersicht). Er hat den renommierten und wissenschaftlich validierten Fragebogen zur Gefährdungs beurteilung psychischer Belastungen (FGBU; Dettmers & Krause, 2020) entwickelt. 

Arbeits- und Organisationspsychologin und Dipl. Betriebswirtin Ivon Ames sammelte 12 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie, die ihr die wichtige Sicht für unternehmerische Ziele ver­mittelten. Ihr ist daher die Verbindung von Wissenschaft und Praxis ein besonderes Anliegen. Ihr Forschungs­schwerpunkt ist die Gestaltung der Arbeitsbedingungen.

Arbeits und Organisationspsychologin Dr. Christiane Stempel forscht und lehrt zum Thema Führung und Gesundheit, was sich in zahlreichen Veröffentlichungen, Vorträgen und Projekten widerspiegelt. Ihre langjährige Erfahrung als Trainerin und Coachin zeigt sich bei der zielgruppengerechten und anschaulichen Umsetzung komplexer wissenschaftlicher Themen in der betrieblichen Praxis.

Arbeitsresourcen – Soziale Beziehungen

Zahlenbeispiele aus der Praxis

Unterstützung durch Kollegen

Die Unterstützung durch Kollegen und Kolleginnen ist eine wichtige Ressource. Fehlbelastun­gen resultieren aus mangelnder Unterstützung. Beschäftige können nicht offen über alles re­den und die Arbeitsbeziehung ist wenig hilfreich.

Unterstützung durch Vorgesetzte

Die Beschäftigten können sich bei Problemen bei der Arbeit auf die Unterstützung ihres vor­gesetzten verlassen. Eine Fehlbelastung resultiert aus mangelnder Unterstützung.

Feedback und Anerkennung

Wertschätzung für die Arbeit und Rückmeldungen zur Arbeitsqualität und Arbeitsleistung von Kollegen und Kolleginnen und Vorgesetzte sind eine wichtige Ressource. Fehlendes Feedback und Anerkennung kann zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit führen.

Der Fragebogen GBU

Der Fragebogen zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung (FGBU), inzwischen in vielen Unternehmen eingesetzt, wurde vielfach erfolgreich validiert*. 

Ziel der Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastung (GBU Psyche) ist nicht nur die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen, sondern der Schutz der Gesundheit und nachhaltigen Leistungs­fähigkeit der Belegschaft. Dadurch verringern sich nicht nur die Kosten für ausfallende Mitarbeitende, Sie erhöhen damit Ihre Attraktivität als Unternehmen für Ihre Mitarbeitenden und sichern nachhaltig den Unternehmenserfolg auch in diesem Bereich. Inhalt der GBU Psyche ist nicht nur die Analyse und Identi­fi­zierung potenzieller psychischer Gefährdungen sondern vor allem die Ableitung geeigneter Maßnahmen zur besseren Gestaltung der Arbeits­bedingungen und Arbeitsabläufe.

Unser Analyseinstrument FGBU zeichnet sich dabei durch seine Differenzierungs­fähigkeit zwischen hoch gefährdenden und gering belastenden Arbeitsplätzen aus (Dettmers & Stempel, 2021). Die Ergebnisse erlauben eine wissenschaftlich gesicherte und auf empirisch fundierter Basis klar zu deutende Aussage zur Höhe des aktuellen Risikos für Gesundheits­beeinträch­ti­gun­gen und Rückgang der Leistungsfähigkeit und erlaubt damit Arbeitsplätze zu identifizieren, wo besonderer Handlungs­bedarf ist und mit höchster Priorität Maßnahmen abgeleitet werden müssen. Gleichzeitig liefert das Verfahren auch unterhalb dieser Schwelle klare Hinweise, die Führungskräften erlauben, gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden die eigenen Abläufe zu verbessern. 

*Die Validierung eines Untersuchungsinstrumentes wie eines Fragebogens ist ähnlich wie die Eichung eines Messinstrumentes zu verstehen. Es soll die Frage beantwortet werden, ob das Instrument die Gegebenheiten genau, zuverlässig, treffsicher und belastbar erfasst und interpretiert. 

Prozess Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Gemeinsam mit einem Netzwerk aus erfahrenen Arbeits­psycho­logen aus dem Umfeld der Fern­Universität in Hagen und anderen Universitäten mit unterschied­lichen Spezialisierungen (z.B. Analysen, Maßnahmeworkshops, Beobachtungsverfahren) unter­stützen wir Unternehmen und Institutionen bei der Gefährdungs­beurteilung psychischer Belastung (GBU Psyche). 

Unsere Erfahrung zeigt, dass sich bei jedem Unternehmen ein be­son­derer Prozess ergibt, der individuelle Berücksichtigung verlangt.