Warum „Quiet Hiring“ Risiken birgt: Jan Dettmers im SPIEGEL-Interview

Neue Aufgaben ohne neue Stellen: Wenn Arbeitsplätze unbesetzt bleiben, werden Aufgaben häufig im bestehenden Team umverteilt. Was als pragmatische Lösung gegen den Fachkräftemangel gedacht ist, nennt sich „Quiet Hiring“ – birgt jedoch deutliche Risiken für die Gesundheit und Zufriedenheit der Beschäftigten.

Das Thema gewinnt durch den anhaltenden Personalmangel in vielen Branchen immer mehr an Relevanz.

Die aktuelle Praxis zeigt vor allem eins: Kostenersparnis ist das eine, aber die reale Belastung im Arbeitsalltag das andere. Unauffälliges Mehrarbeiten funktioniert auf Dauer nur dann ohne Leistungseinbußen, wenn Unternehmen transparente Rahmenbedingungen schaffen und Prioritäten klar anpassen.

In einem Interview mit dem SPIEGEL spricht unser Co-Gründer Jan Dettmers über die psychologischen Folgen von Quiet Hiring, warum mangelnde Wertschätzung und fehlender Ausgleich dabei eine zentrale Rolle spielen und welche Strategien Teams vor schleichender Überlastung schützen.

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Jan Dettmers

Diplom-Psychologe, Leiter des Lehrstuhls Arbeits- und Organisationspsychologie der Fakultät für Psychologie der FernUniversität Hagen und Gründer von EVAO. 

Sein Forschungsschwerpunkt ist die Gestaltung gesunder Arbeit, was sich in zahlreichen Publikationen und Referenzprojekten widerspiegelt. Jan Dettmers ist Schöpfer eines re­nom­mierten Analysetools, des wissen­schaftlich validierten Fragebogens zur Gefährdungs­beurteilung psychischer Belastungen (FGBU; Dettmers & Krause, 2020) und verfügt über umfangreiche Erfahrung aus zahlreichen Forschungs- und Praxisprojekten zur Gefährdungs­beurteilung psychischer Belastungen.

Darüber hinaus verfügt er als systemischer Organisations­entwickler über langjährige Expertise in der Beratung von Unternehmen bei der Arbeitsgestaltung und in Veränderungs­prozessen.